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Weißbuch – Steigerung der Rentabilität: Der strategische Wert der Energieüberwachung in der Prozessfertigung

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In der globalen Fertigungsindustrie steigt der Energieverbrauch bei gleichzeitig schwankenden Energiepreisen. Hersteller stehen zudem unter zunehmendem Druck, Betriebskosten zu senken, Nachhaltigkeitskennzahlen zu verbessern und eine gleichbleibende Produktqualität zu gewährleisten. In diesem Umfeld ist Energieeffizienz nicht länger optional, sondern strategisch unerlässlich. 

Trotz dieser Tatsache arbeiten viele Anlagen immer noch mit begrenzter Transparenz hinsichtlich ihres Energieverbrauchs. Die Energierechnungen liefern zwar einen monatlichen Gesamtbetrag, geben aber keine Auskunft darüber, welche Maschinen am meisten Energie verbrauchen, wann Bedarfsspitzen auftreten oder wie sich Prozessänderungen auf den Verbrauch auswirken. Ohne diese detaillierten Informationen basieren Optimierungsbemühungen oft auf Annahmen statt auf Fakten. 

Es gilt ein wohlbekanntes Prinzip: Was man nicht misst, kann man nicht optimieren.. Energiemonitoring begegnet dieser Herausforderung durch kontinuierliche und detaillierte Einblicke in die Energieflüsse einer Anlage. Die Erfassung von Energiedaten auf Anlagen- und Prozessebene ermöglicht es, Ineffizienzen zu identifizieren, Lasten auszugleichen, Spitzenlastkosten zu reduzieren und den Energieverbrauch direkt mit der Produktionsleistung zu verknüpfen. 

Für Prozesshersteller – insbesondere in Futtermittelwerken und Pelletieranlagen – ist die Energieüberwachung besonders wertvoll. Diese Betriebe sind stark von Motoren, Mühlen, Pelletierpressen, Ventilatoren, Kompressoren und Dampfsystemen abhängig, die alle energieintensiv sind und Verschleiß, Schwankungen und betrieblichen Kompromissen unterliegen. Die Energieüberwachung ermöglicht es den Herstellern, diese Kompromisse zu verstehen und nahezu optimale Betriebsbedingungen zu erreichen. 

Energiemonitoring verstehen 

Energiemonitoring ist die kontinuierliche Messung und Analyse des Energieverbrauchs von Maschinen, Prozessen und Systemen innerhalb einer Produktionsanlage. Ziel ist es, Echtzeit- und historische Einblicke in den Energieverbrauch zu ermöglichen, damit Bediener, Ingenieure und Manager fundierte Entscheidungen treffen können. 

Im Kern beantwortet die Energieüberwachung drei entscheidende Fragen: 

  1. Wie viel Energie wird verbraucht? 
  2. Wo wird diese Energie verbraucht? 
  3. Warum verändert sich der Konsum im Laufe der Zeit? 

Durch die Beantwortung dieser Fragen gewinnen die Hersteller die nötigen Erkenntnisse, um die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und langfristige Betriebsziele zu unterstützen. 

Energiemonitoring verstehen 

Ein effektives Energiemonitoringsystem umfasst typischerweise: 

Zusammen ermöglichen diese Komponenten sowohl Echtzeit-Transparenz als auch langfristiges Performance-Tracking. 

Energieüberwachungstechnologien

Hochleistungs-Leistungsmonitore 

Moderne Leistungsmessgeräte, wie beispielsweise die EMpro-Geräte von Phoenix Contact oder die PowerMonitor 5000-Einheiten von Allen-Bradley, bieten mehr als nur grundlegende elektrische Messfunktionen. Zusätzlich zu Spannung, Stromstärke, Leistung und Energieverbrauch können diese Geräte Folgendes messen: 

Dieses Maß an Einblick hilft Herstellern, Probleme mit der Stromqualität, Ineffizienzen und Abrechnungsdifferenzen zu erkennen, die sonst unbemerkt bleiben würden. 

Frequenzumrichter und Sanftanlaufgeräte mit Kommunikation 

Frequenzumrichter und Sanftanlaufgeräte mit Ethernet/IP oder ähnlichen Kommunikationsprotokollen sind leistungsstarke Werkzeuge zur Energieüberwachung. Moderne Umrichter können neben der Steuerung von Motordrehzahl und Drehmoment auch folgende Daten melden: 

Auch nicht vernetzte Frequenzumrichter bieten oft einen 4–20 mA Analogausgang zur Darstellung der Leistung, was die Integration in SPS-Systeme ermöglicht. 

Diese Daten ermöglichen eine detaillierte Analyse der Motorlast, des Wirkungsgrades und der Energieintensität auf Geräteebene. 

Leistungswandler 

Hochleistungs-Leistungsmonitore 

Für Motoren und Lasten, die nicht durch Frequenzumrichter oder Sanftanlaufgeräte gesteuert werden, bieten Leistungswandler eine kostengünstige Lösung. Diese Geräte geben ein analoges Signal proportional zur aufgenommenen Wirkleistung aus, sodass Hersteller bestehende Anlagen überwachen und ohne größere Modernisierungen wertvolle Erkenntnisse gewinnen können. 

Geschäftliche Auswirkungen: Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung 

Ineffizienzen erkennen 

Energiemonitoring macht Ineffizienzen sichtbar. Unbelastete Motoren, im Leerlauf stehende Anlagen, schlecht abgestimmte Prozesse und verschlissene Bauteile zeigen sich durch ungewöhnliche Energiemuster. Sind diese Ineffizienzen einmal identifiziert, lassen sie sich durch betriebliche Anpassungen oder gezielte Wartungsarbeiten beheben. 

ROI quantifizieren 

Bei Motoren und Lasten, die nicht durch Frequenzumrichter gesteuert werden, können bereits kleine Effizienzsteigerungen erhebliche finanzielle Vorteile bringen. Beispielsweise kann eine Reduzierung des Energieverbrauchs in einer großen Futtermühle durch den 2-5% zu beträchtlichen jährlichen Einsparungen führen. Die Energieüberwachung liefert die notwendigen Daten, um diese Einsparungen zu quantifizieren und Investitionen in Anlagenmodernisierung, Automatisierung oder Prozessänderungen zu rechtfertigen. 

Lastverteilung und Zeitplanung 

Durch das Erkennen von Energiebedarfsspitzen können Hersteller ihre Produktionspläne anpassen und so unnötige Bedarfsspitzen vermeiden. Die Lastverteilung über mehrere Produktionslinien oder Prozesse hinweg reduziert zudem die Belastung der elektrischen Infrastruktur und senkt die Betriebskosten. 

Praktische Anwendungen in der Futtermittel- und Pelletherstellung 

Schleifvorgänge 

Das Mahlen ist einer der energieintensivsten Prozesse in einer Futtermühle. Die Energieüberwachung unterstützt verschiedene Optimierungsstrategien: 

In Umgebungen mit mehreren Produkten können Energiedaten auch als Grundlage für Entscheidungen dienen, wie beispielsweise die Vermeidung des gleichzeitigen Mahlens von schwierigen Materialien auf mehreren Mühlen. 

Pelletierverfahren 

Die Pelletierung birgt eigene energetische Herausforderungen, und die Überwachung liefert wertvolle Erkenntnisse: 

Energievergleiche zwischen neuen und abgenutzten Werkzeugen und Walzen verdeutlichen die Kosten verzögerter Wartung. 

Druckluft- und Dampfsysteme 

Druckluft und Dampf machen oft einen erheblichen Teil des gesamten Energieverbrauchs aus: 

Energieeinsparungen durch Automatisierung und Steuerung 

Frequenzumrichter 

Der Einsatz von Frequenzumrichtern ist eine der effektivsten Energiesparstrategien. Zu den Vorteilen gehören: 

Bei Hammermühlen und Pelletiermaschinen verhindern lange Anlaufzeiten Bedarfsspitzen, während der Betrieb mit niedriger Drehzahl zwischen den Durchgängen die Energieverschwendung reduziert. 

Automatisierungsstrategien 

Die Automatisierung steigert den Wert der Energieüberwachung, indem sie intelligente Reaktionen auf Energiedaten ermöglicht: 

Spitzenlastkappung und Nachfragebegrenzung 

Strategien zur Lastspitzenkappung und Bedarfsbegrenzung verhindern, dass Anlagen voreingestellte kW-Grenzwerte überschreiten. Die automatische Lastabwurfsteuerung priorisiert kritische Anlagen und schaltet nicht benötigte Lasten vorübergehend ab. Dies schützt vor hohen Bedarfsspitzen und verbessert die Netzstabilität.

Über Kosteneinsparungen hinaus: Vorausschauende Wartung und Nachhaltigkeit 

Energiemonitoring dient nicht nur der Kostenersparnis – es unterstützt auch: 

Indem Hersteller das Energiebewusstsein in ihre täglichen Abläufe integrieren, schaffen sie eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. 

Markttreiber und Finanzkennzahlen – Energiemonitoring in der Tierfutterherstellung 

Abschluss 

Es gibt keine Patentlösung, die in der Prozessfertigung sofortige Energieeinsparungen ermöglicht. Sinnvolle Verbesserungen erfordern präzise Messungen, sorgfältige Analysen und konsequente Umsetzung. Energiemonitoring bildet die Grundlage für diese Bemühungen. 

Durch die Echtzeit-Transparenz des Energieverbrauchs auf Anlagen- und Prozessebene wandelt Energiemonitoring Energie von einem Kostenfaktor in eine steuerbare Größe um. Hersteller erhalten so die Möglichkeit, Ineffizienzen zu erkennen, Betriebsabläufe zu optimieren, Lastspitzen zu reduzieren und datengestützte Entscheidungen zu treffen, die die Rentabilität steigern. 

In Futtermittelwerken und Pelletieranlagen sind die Vorteile besonders deutlich. Vom Mahlen und Pelletieren bis hin zu Druckluft- und Dampfsystemen deckt die Energieüberwachung Möglichkeiten auf, die sonst verborgen blieben. In Kombination mit Automatisierung, Frequenzumrichtern und intelligenten Steuerungsstrategien führen diese Erkenntnisse zu messbaren Kosteneinsparungen, erhöhter Zuverlässigkeit und langfristiger Nachhaltigkeit. 

Energieeffizienz lässt sich nicht über Nacht erreichen – doch mit den richtigen Daten und Werkzeugen wird sie zum strategischen Vorteil. Energiemonitoring ist der erste und wichtigste Schritt auf diesem Weg.

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